Unge und die #freiheit – Ein YouTuber flüchtet aus seinem Netzwerk

Für Mediakraft schien die Apokalypse gestern Nacht mit knapp zwei Jahren Verzug gekommen zu sein: Der YouTuber Simon Unge spricht in einem Video über seine schlechten Erfahrungen mit dem Netzwerk und bringt damit tausende Menschen gegen das Netzwerk auf. Hier für euch ein Überblick mit den wichtigsten Tweets, dem Video und (UPDATE:) dem Statement von Mediakraft.

Simon Unge macht Schluss mit „ungespielt“ und „ungefilmt“, den beiden Kanälen, mit denen er bei Mediakraft ist / war. Fehlende finanzielle Unterstützung, ein Rechtsstreit und allgemeine Unzufriedenheit mit dem Netzwerk haben den 24-jährigen YouTuber zu seiner Entscheidung bewegt, wie er im Video erzählt. Er habe das Gefühl, Mediakraft sei mehr am Geschäft als an seinen Partnern interessiert. Seine Kritik richte sich vor allem an die Geschäftsführung und das Unternehmen an sich, nicht an einzelne Partner oder Mitarbeiter.

Der neuer Kanal „unge“ hat momentan 461.640 Abonnenten, auch wenn darauf noch kein Video zu sehen ist (Stand: 21.12.2014, 19:46 Uhr). Kanaldesign und -logo hat er schon – Unges Schritt war überlegt und geplant. Auch das Beitrittsdatum des Kanals („Beitritt am 20.05.2014“) lässt diese Vermutung zu.

Gegen 2 Uhr nachts sah es so in den deutschen Twittertrends aus: 8 von 10 Schlagworten hingen mit Unges Video zusammen.

Das wohl letzte ungefilmt- Video schlug ungeheure Wellen im World Wide Web: Acht von zehn Twitter-Trends in Deutschland hingen zwischenzeitlich mit Unges Video zusammen. Kollegen, Zuschauer und andere Nutzer twitterten zum Thema, Broadmark und DWDL nahmen das Thema sofort auf und Stefan Niggemeier hat auch schon ein paar Tweets abgesetzt.

Respekt, Freiheit, Raupenarmy (so nennt sich Unges Community) – die Zuschauer und Kollegen stehen mehrheitlich auf Unges Seite. Dass andere YouTuber ebenfalls Probleme mit dem Netzwerk Mediakraft haben, zeigte sich nicht nur im Vorfeld der Aktion. Auf Twitter zeigen viele Kollegen Respekt, andere fühlen sich an eigene Erfahrungen erinnert und manche nutzen die Gunst der Stunde, ihren Mediakraft-Frust rauszulassen:

https://twitter.com/Ardymon/status/546434685593583616

Wie bei knapp zwei Millionen Unge-Abonnenten und dem momentanen Image von Mediakraft zu erwarten war, ist ein Shitstorm gegen das Multi Channel Netzwerk angelaufen.

https://twitter.com/Razerlikes/status/546438291860774912

https://twitter.com/QuotenKadl/status/546445199426465793

Die Internetseite, die Facebook-Seite und der Wikipedia-Eintrag von Mediakraft sind bereits weg bzw. nicht zu erreichen. Ich bin gespannt, wie die Presseabteilung und die Führung von Mediakraft auf diesen Einschlag kurz vor Weihnachten reagieren. Das Medienmagazin DWDL hat bereits einen Fragenkatalog an Mediakraft geschickt, um die andere Seite zu Wort kommen zu lassen.

Für Simon Unge ist wohl klar, dass er diese Seite nicht mehr direkt hören möchte, denn er sagt: „Ich möchte in meinem Leben nie wieder was mit euch zu tun haben.“ Ab sofort werden wohl nur noch die Anwälte beider Seiten miteinander reden.

UPDATE: Morddrohungen und MK-Statement

Inzwischen hat Mediakraft ein eigenes Statement zu Unges Aktion veröffentlicht. Außerdem rufen einige YouTuber dazu auf, die Sache nicht mit übereiligen Aktionen zu befeuern, denn mittlerweile häufen sich wohl die Morddrohungen gegen Mediakraft.

Hier das Statement von Mediakraft (Quelle: DWDL)

„Der Videomacher Simon Unge, auf YouTube bekannt als „Ungespielt“, hat mit uns eine juristische Auseinandersetzung begonnen. Das bedauern wir sehr. Wir hätten uns gewünscht, diesen Streit auf andere Weise beilegen zu können.

Vor gut einem Jahr haben wir uns auf eine Zusammenarbeit geeinigt, mit klaren Vertragsregeln, die keine Fragen offen lassen. Wir halten uns daran und sind deswegen begeistert, dass wir zu einer Steigerung der Reichweite von rund zwölf Millionen auf bis zu 30 Millionen monatliche Videoabrufe und zu einem Zuwachs von einer Million Abonnenten seit Beginn der Partnerschaft aktiv beigetragen haben. Nun ist es so, dass Simon Unge einen gültigen Vertrag unterschrieben hat, der nicht einseitig aufgehoben werden kann.

Viele Leistungen, die wir Simon Unge angeboten haben (Zahlung sämtlicher Leistungen für den Besuch bei der VidCon in den USA, Finanzierung eines Roadtrip durch Europa mit befreundeten YouTubern, Hilfe bei der Organisation der Longboardtour) hat er ausgeschlagen.

Darüber hinaus ist es falsch, dass Mediakraft Networks “Ungespielt” bei der Longboardtour nicht unterstützt haben soll. Er hat ein Product Placement in fünfstelliger Höhe angeboten bekommen. Dennoch hat er – nicht vertragsgemäß – ein Vermarktungsangebot eines Wettbewerbers von Mediakraft angenommen.

Eine gleichzeitige Vermarktung über Dritte schließen wir nicht aus – sie muss aber in Absprache mit uns erfolgen und geregelt werden. Und das ist bei Simon Unge nicht passiert. Damit schädigt er das gesamte Netzwerk mit allen Mitarbeitern und Partnern. Mediakraft Networks hat eine Verantwortung für seine Mitarbeiter und seine Vertragspartner. Wenn unsere Verträge nicht eingehalten werden, würden wir unsere Geschäftsgrundlage in verantwortungsloser Weise gefährden. Den Weg vor Gericht hat “Ungespielt” eingeschlagen. Nun sind wir als Unternehmen gezwungen, diesen Weg mitzugehen.

Mediakraft als führendes Multi Channel Netzwerk in Deutschland investiert viel in seine Partner. Das ist die Basis unseres Geschäfts. Doch es gelten Regeln, an die sich alle Beteiligten zu halten haben. “Ungespielt” hat in seinem Video Kritik an Mediakraft Networks geäußert. Wir nehmen diese Kritik sehr ernst. Wir arbeiten tagtäglich daran die vielen Services, die wir unseren Partnern bieten, auszubauen. Wir helfen unseren Partner, Reichweite aufzubauen, damit sie eine langfristige Perspektive als Online-Videomacher haben können. Wir unterstützen bei Produktion und Kreation von neuen Inhalten. Wir schützen die Inhalte unserer Partner und wahren ihre Rechte auf den verschiedenen Plattformen. Auch “Ungespielt” hat von diesen Leistungen profitiert.

Zahlreiche Partner bekunden ihre Zustimmung zu Mediakraft und bedanken sich für die Unterstützung, die sie in unserem Netzwerk erhalten haben. Wir haben vielen Künstlern dabei helfen können, ihren Weg auf YouTube zu gehen und sich als erfolgreiche Entertainer zu etablieren. Diesen Weg wollen wir weitergehen. Wir stehen hinter unseren Partnern und werden sie weiter dabei unterstützen, mit ihrer Arbeit Millionen Zuschauer erreichen zu können.

Wir bedauern diesen Streit und hoffen auf ein schnelles, gütliches Ende.

Spartacus Olsson, CEO Mediakraft Networks“

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